Eine starke Stimme für eine freie Welt

Ungebeugt in zwei Diktaturen: Die slowakische Dissidentin Agneša Kalinová ist gestorben. Nach dem Prager Frühling emigrierte sie nach München und erhob bei Radio Free Europe ihre Stimme. Nachruf für Die Welt.

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Auf der Suche nach einem Leben ohne Angst: Agneša Kalinová mit ihrem Mann und ihrer Tochter, kurz vor der Emigration in die Bundesrepublik 1978.

Was vom Aufstand übrig blieb

Als Heinrich Himmler im September 1944 Bratislava besuchte, war er schockiert. Ende August hatte es in Banska Bystrica, der fünftgrößten Stadt der Slowakei, einen militärischen Aufstand gegeben, die Waffenbrüder der Wehrmacht waren zum sowjetischen Feind übergelaufen. Und in der Hauptstadt schien sich niemand für den “totalen Krieg” zu interessieren. Nach Berlin zurückgekehrt, zog er brutale Konsequenzen…

Zum 70. Jahrestag des antifaschistischen Aufstands. Der Schriftsteller Michal Hvorecky beklagt, dass in der Debatte um das Gedenken heute die Populisten dominieren.

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MEHR ZUM THEMA: Religiöser Fanatisimus – Kulturkampf in der Slowakei (Deutschlandradio Kultur, Politisches Feuilleton, 9. 7. 2014)

Kulturkampf in der Slowakei

Wie Nationalismus und Religion mein Land spalten. Politisches Feuilleton für Deutschlandradio Kultur.

“Die konservativen Bischöfe warnen vor der westlichen “Gender-Ideologie”, die eine familienfeindliche, so genannte “Kultur des Todes” propagiert, in der die Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern aufgehoben und akzeptiert wird, was angeblich zu einer “Sodomischen Verwirrung” führen soll. Klingt absurd und sehr nach Putin, kommt aber bei vielen wertkonservativen Bürgern gut an.”

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Hunger! Nicht in Afrika, sondern in der EU

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 Kupfermuckn – Die Oberösterreichische Straßenzeitung

Donaufest 2014

Ulm, 7. Juli 2014, 17 Uhr, Haus der Donau, Kronengasse 4\3

Michal Hvorecky – Geschichte im Fluss, Europa im Koffer: eine Gesprächsrunde über biographischen Erfahrungen mit der Donau. Uwe Rada spricht mit den Autoren anhand ihrer Bücher über aktuelle Debatten in ihrem Land, über ihre Fragen und ihre Hoffnungen.

Zu Zeiten des Habsburgerreichs war die Donau das blaue Band, das die verschiedenen Kronländer miteinander zur “Donaumonarchie” verband. Ende des zwanzigsten Jahrhunderts fanden dort die jüngsten Kriege in Europa statt. Aus Nachbarn waren Feinde geworden. Dennoch gibt die Donau wieder Anlass zur Hoffnung. Für unsere Autoren aus Österreich, Kroatien, Serbien, Bosnien, Bulgarien, Polen und Deutschland ist sie sogar “der Fluss Europas”.

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Ich habe gedacht, mir kann das nicht passieren

Ich besuchte das „Soziale Wohnservice“ in der Salzburgerstrasse in Wels: Rund um Petra Wimmer arbeitet ein engagiertes Team für Wohnungslose und für Menschen an oder unter der Armutsgrenze. Auch im reichen Wels leben 300 Obdachlose, so viel wie noch nie. Und die Zahl steigt jedes Jahr.

Dank dieser Institution sah ich sie nur selten auf den Straßen. Europa hat die höchste Arbeitslosigkeit seit dem Krieg, die Wirtschaftskrise viele Verlierer. Das Sozialsystem kann den Fall nach ganz unten nicht mehr auffangen. Ich glaube daran, dass sich der Reichtum einer Gesellschaft vor allem im Umgang mit den Schwächsten und den Ärmsten zeigt.

Etwa die Hälfte der Mitarbeiter sind Freiwillige. Viele Bürger schenken Essen, auch mehrere Supermärkte spenden Lebensmittel. Das Mittagessen kostet einen Euro und schmeckt lecker. Vierzig Portionen kocht man pro Tag.

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