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	<description>Michal Hvorecky, Schriftsteller aus Bratislava</description>
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		<title>Stavarič bekommt Chamisso-Preis</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 16:15:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michal Hvorecky</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Michael Stavarič]]></category>
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		<description><![CDATA[Michael Stavarič erhält den mit 15.000 Euro dotierten Adelbert-von-Chamisso-Preis 2012. Mit seinem bisherigen Gesamtwerk, vor allem mit seinem jüngsten Roman Brenntage, habe Michael Stavarič die deutschsprachige Gegenwartsprosa auf sprachlich originelle Weise bereichert, so die Jury. Die Auszeichnungen werden am 1. März 2012 in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz verliehen. Mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ehrt die Robert [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hvorecky.wordpress.com&amp;blog=6407733&amp;post=1854&amp;subd=hvorecky&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#000000;"><strong>Michael Stavarič</strong> erhält den mit 15.000 Euro dotierten <strong>Adelbert-von-Chamisso-Preis 2012</strong>. Mit seinem bisherigen Gesamtwerk, vor allem mit seinem jüngsten Roman <strong>Brenntage</strong>, habe Michael Stavarič die deutschsprachige Gegenwartsprosa auf<strong> sprachlich originelle Weise bereichert</strong>, so die Jury. Die Auszeichnungen werden am 1. März 2012 in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz verliehen.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ehrt die Robert Bosch Stiftung seit 1985 herausragende literarische Leistungen in deutscher Sprache, verfasst von Autoren, deren Muttersprache oder kulturelle Herkunft nicht die deutsche ist.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Stavarič übersetzt aus dem Tschechischen, <strong>Tod auf der Donau</strong> von <strong>Michal Hvorecky</strong> ist seine erste Übersetzung aus dem Slowakischen.</span></p>
<p><a href="http://hvorecky.files.wordpress.com/2012/01/michael-stavaric.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1855" title="michael stavaric" src="http://hvorecky.files.wordpress.com/2012/01/michael-stavaric.jpg?w=500&#038;h=281" alt="" width="500" height="281" /></a></p>
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		<title>Eine Räuberjugend</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 15:21:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michal Hvorecky</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Selma Steiner]]></category>

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		<description><![CDATA[Selma Steiner habe ich als 18-Jähriger in der Ventúrska-Gasse in Bratislava kennengelernt. Ich war damals schon ein begeisterter Leser, doch neue Bücher waren mir als Maturanten zu teuer. In der wiedereröffneten Buchhandlung der Familie Steiner entdeckte ich eine Kollektion von alten und neuen Werken, die mir den Atem raubte. Ich habe inzwischen sicher mehr als [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hvorecky.wordpress.com&amp;blog=6407733&amp;post=1830&amp;subd=hvorecky&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#000000;"><strong>Selma Steiner</strong> habe ich als 18-Jähriger in der Ventúrska-Gasse in <strong>Bratislava</strong> kennengelernt. Ich war damals schon ein begeisterter <strong>Leser</strong>, doch neue <strong>Bücher</strong> waren mir als Maturanten zu teuer. In der wiedereröffneten <strong>Buchhandlung der Familie Steiner</strong> entdeckte ich eine Kollektion von alten und neuen Werken, die mir den Atem raubte.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Ich habe inzwischen sicher mehr als 200 Bücher in dem winzigen Laden gekauft. Frau Steiner hat jeden Besucher persönlich begrüßt und nach Lesewünschen gefragt. Das war und ist leider bis heute nicht besonders üblich in meiner Stadt, wo die meisten Kellner und Verkäufer ziemlich dreist und unfreundlich sind, sicher eine Folge der sozialistischen Arbeitsmoral.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Als ich später eigene Bücher veröffentlichte, habe ich oft mit ihr gesprochen. Sie war immer humorvoll, elegant, sympathisch. Und eine große Leserin. Sie las alles, was sie in die Finger bekam, und sympathisierte vorurteilslos mit den jungen Dichtern. Gerne habe ich mit ihr gestritten, ob <strong>Arthur Schnitzler</strong> mehr Prosa oder mehr Theatertexte hätte schreiben sollen oder welches Gedicht von <strong>Hölderlin</strong> das schönste ist. Viele Autoren und Romane oder Erzählbände habe ich dank ihrer entdeckt.</span></p>
<p><span style="color:#000000;"><a href="http://hvorecky.files.wordpress.com/2012/01/selma-steiner.jpg"><span style="color:#000000;"><img class="aligncenter size-full wp-image-1831" title="selma steiner" src="http://hvorecky.files.wordpress.com/2012/01/selma-steiner.jpg?w=500" alt=""   /></span></a></span></p>
<p><span style="color:#000000;"><span id="more-1830"></span>Vor fünf Jahren sind wir sogar gemeinsam auf einer Bühne gesessen, paradoxerweise nicht in <strong>Bratislava</strong>, sondern in <strong>Berlin</strong>, bei einer Podiumsdiskussion über die Kulturbeziehungen zwischen Deutschland und der Slowakei. Es war mir eine Freude und große Ehre, denn sie gab nur selten Interviews. Und sie hatte mir nie von <strong>Ľudo Ondrejov</strong> erzählt.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">1847 eröffneten der Talmud-Kenner Sigmund Steiner und seine Frau Josephine die erste Leihbücherei im jüdischen Viertel von <strong>Pressburg</strong>. Als Selma Steiner 1925 geboren wurde, war der Name Steiner bereits eine Pressburger Institution – die jüdische Intellektuellenfamilie hatte mehrere Rabbis im Stammbaum. Selmas Vater Siegfried war ein bekannter tschechoslowakischer <strong>Zionist</strong> und Vertreter der Misrachi-Bewegung, die die Einhaltung der Gebote des Judentums sowie die Rückkehr nach Israel unterstützte.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Selma wuchs dreisprachig auf, mit Deutsch, Ungarisch und Slowakisch, sie spielte Klavier, war Mitglied im <strong>Makkabi-Sportverein</strong>, tanzte Ballett, schwamm im Donau-Freibad und ging auf dem Slavín-Hügel spazieren, wo die Familie eine großes Grundstück mit Villa besaß und wo sich heute ein Friedhof zu Ehren der Sowjetsoldaten samt Kriegerdenkmal befindet.</span></p>
<p><span style="color:#000000;"><a href="http://hvorecky.files.wordpress.com/2012/01/selma-steinerova.jpg"><span style="color:#000000;"><img class="aligncenter size-full wp-image-1834" title="selma steinerova" src="http://hvorecky.files.wordpress.com/2012/01/selma-steinerova.jpg?w=500" alt=""   /></span></a>Selma war erst zwölf, als die Idylle abrupt endete. In der Zwischenkriegszeit lebten in der Slowakei mehr als 136.000 Juden, mehr als vier Prozent der Gesamtbevölkerung. Die neue <strong>Slowakische Republik</strong>, ein Satellitenstaat <strong>Nazi-Deutschlands</strong>, unterstützte aktiv die <strong>Deportationen</strong> von Juden nach Osten. Sie wurden als Ausbeuter, Gottesmörder und <strong>Feinde der slowakischen Nationalbewegung</strong> gesehen und zudem als Sündenbock für die Verluste von Gebieten im Süden des Landes, die an Ungarn zurückgefallen waren.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Ab September <strong>1941</strong> mussten Juden den Judenstern tragen. Die slowakischen Bestimmungen zählten neben den „Nürnberger Gesetzen“ zu den schärfsten antijüdischen Verordnungen in Europa – sogar <strong>Briefe</strong> mussten mit dem <strong>Judenstern</strong> gekennzeichnet werden, was nicht einmal für das Deutsche Reich galt. 1942 wurden mehr als 57.000 Juden aus der Slowakei deportiert. Slowakische Juden waren die ersten, die in <strong>Majdanek</strong> und <strong>Auschwitz</strong> ermordet wurden, die meisten sofort nach ihrer Ankunft.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Nach einer Vereinbarung Nazi-Deutschlands mit dem faschistischen slowakischen Regime unter Führung des katholischen Priesters Jozef Tiso wurden für jeden Verschleppten <strong>500 Reichsmark</strong> an die Deutschen überwiesen. Über ein offizielles Warenkonto flossen umgerechnet mehr als 17 Millionen Reichsmark an die Reichsbank. Es handelt sich um eine der zynischsten Aktionen im Zweiten Weltkrieg. Die Opfer mussten im Voraus noch <strong>für ihren Tod bezahlen</strong>.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Selmas Eltern und beide Brüder wurden in <strong>Auschwitz und Mauthausen</strong> getötet, ihr Onkel Gustav in <strong>Dachau</strong>, ihre Cousine Relina in <strong>Birkenau</strong>, eine andere Cousine namens Selma wurde als Widerstandskämpferin in den slowakischen Bergen gefoltert und anschließend erschossen.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Selma Steiner konnte sich durch die Hilfe der Pressburger Deutschen Maria Dund dank eines gefälschten Trauscheins in Sicherheit bringen und tauchte dann in die Illegalität ab. Doch die <strong>Gestapo</strong> führte ständig Kontrollen auf den Straßen durch und wurde dabei von einheimischen Informanten unterstützt. Nur ein paar Monate vor Kriegsende wurde Selma Steiner verraten und sofort ins südslowakische <strong>KZ Sereď</strong>, anschließend nach <strong>Theresienstadt</strong> deportiert. Auschwitz war bereits evakuiert. Selma hat den Krieg trotz einer <strong>Typhuserkrankung</strong> als Einzige ihrer Familie überlebt. Weniger als 200 Überlebende aus der Slowakei sind bisher bekannt.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Jedes slowakische Kind, das gerne Bücher liest, kennt den Namen Ľudo Ondrejov. Der Dichter, Übersetzer und vor allem <strong>Jugendbuchautor</strong> wurde 1901 geboren. Er hatte ernsthafte literarische Ambitionen, doch die größten Erfolge feierte er mit romantischen Abenteuerromanen für Jugendliche.</span></p>
<p><span style="color:#000000;"><a href="http://hvorecky.files.wordpress.com/2012/01/ondrejov-ludo.jpg"><span style="color:#000000;"><img class="aligncenter size-full wp-image-1832" title="ondrejov-ludo" src="http://hvorecky.files.wordpress.com/2012/01/ondrejov-ludo.jpg?w=500" alt=""   /></span></a></span></p>
<p><span style="color:#000000;">Schon die Titel sind vielsagend: „Gebirgsmärchen“, „Die goldene Höhle“ und vor allem seine zwei besten Romane, „Jerguš Lapin“ und <strong>„Eine Räuberjugend“</strong>, die die slowakische Natur und die Gebirgszüge der Tatra als unheimlichen Schauplatz für aufregende Geschehnisse darstellen. Es sind gut geschriebene Bücher, in denen es nicht nur um Spannung, sondern auch um Mut, Freundschaft und Verständnis geht und fast alles zu einem guten Ende kommt.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Als junger Leser habe ich die Romane von Ondrejov erst nach der letzten Seite aus der Hand gelegt. Die „<strong>Räuberjugend</strong>“ ist bis heute Pflichtlektüre in slowakischen Grundschulen.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Ľudo Ondrejov stammte aus einer Handwerker- und Arbeiterfamilie. Weil er sehr gerne Wein und Schnaps trank, hat er in der Zwischenkriegszeit oft seine Beschäftigung gewechselt. Er arbeitete in einer Autowerkstatt, wurde Berufskraftfahrer, später Beamter bei einer Versicherung. 1934 wurde er freier Schriftsteller. Doch erst die Konfiszierung von jüdischem Eigentum, die „Arisierung“ von Betrieben, bedeutete für Ondrejov einen Neuanfang. In der Hoffnung auf wirtschaftlichen Aufschwung wurde er zum Anhänger der NS-Ideologie.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Ondrejov, Durchschnittsslowake und typischer Mitläufer, hatte schon lange von der <strong>Buchhandlung der Familie Steiner</strong> geträumt. Der Laden wurde beschlagnahmt und für die „Arisierung“ ein Vermögensverwalter eingesetzt. Der Autor der „Räuberjugend“ wurde selbst zum Räuber. „Ich bin Intellektueller, kein Antisemit“, sagte Ľudo Ondrejov nach der Übernahme zu den Steiners.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Kurze Zeit durften Selmas Vater und seine drei Brüder als Hilfskräfte im Laden arbeiten. Doch als 1942 die <strong>Massendeportationen</strong> aus der Slowakei begannen, schrieb Ondrejov an die zuständigen Behörden: „Hiermit bestätige ich, dass ich in meiner Buchhandlung folgende Juden nicht brauche: Max Steiner, Jozef Steiner, Sigmund Steiner und Viliam Steiner. Verhaftung und Abtransport dieser Juden würden <strong>keinen wirtschaftlichen Verlust</strong> für mein Geschäft oder für die Slowakische Republik bedeuten.“</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Damit unterzeichnete Ondrejov das Todesurteil für Familie Steiner. Weil er zu Kriegsende kurz in einer illegalen Widerstandsgruppe aktiv war und weil fast die gesamte Familie Steiner tot war, schien es für den Jugendbuchautor, als wäre eigentlich nichts geschehen. Ondrejov machte nach 1945 in der Tschechoslowakei wieder Karriere.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Nach dem <strong>kommunistischen Putsch</strong> wurde er gedeckt und von der Partei protegiert, sein Lebenslauf schamlos geschönt und gefälscht. Seine zeitlosen Abenteuerromane lasen nun begeisterte Jungpioniere. Doch Ondrejov zerstörte sich weiter mit Alkohol, schrieb nur selten und ohne Erfolg, wurde schwer krank und starb 1962.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Die Slowakei hat sich nie von ihrem <strong>katholischen Nationalsozialismus</strong> befreit, weder militärisch noch psychologisch. Meiner Heimat ist es dank des <strong>Nationalaufstandes im August 1944</strong> gelungen, sich später als Opfer Hitlers zu inszenieren.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Aber mit dem Kriegsende waren <strong>die Pogrome in der Slowakei</strong> nicht vorbei. Im Sommer 1946 wurde ein jüdisches Krankenhaus überfallen, und im Sommer 1948 gab es heftige antisemitische Übergriffe an mehreren Orten des Landes. Viele in Bratislava verbliebene Juden verließen spätestens Anfang 1950 die Stadt.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">1948 wohnte Selma Steiner in Prag, wo sie die Liebe ihres Lebens traf, einen Engländer. Sie wollte zu ihm, hatte sogar eine Ausreisegenehmigung bekommen, doch sie wurde von kommunistischen Agenten als vermeintliche <strong>Westspionin</strong> verhaftet. Ein halbes Jahr war sie in Haft, dann wurde sie freigesprochen und kehrte zurück nach Bratislava. Selma Steiner lebte nach dem Krieg als junge Frau in derselben Stadt wie Ľudo Ondrejov.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">In den Fünfzigerjahren, ohne Familie und Geld, wurde sie bereits wieder als Mitglied der verhassten Oberschicht verfolgt. Sowohl der sowjetische als auch der tschechoslowakische Stalinismus waren antisemitisch und antiintellektuell. Sie wandte sich, tief deprimiert, wieder der Familientradition zu – den Büchern. Eine Rückgabe der Buchhandlung war natürlich unvereinbar mit der Verstaatlichung des Privateigentums. Eine Entschädigung gab es auch nicht.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Frau Steiner arbeitete jahrzehntelang im<strong> Staatsbetrieb „Das Buch“</strong>, lehrte privat Deutsch und hat aus dieser Sprache auch immer wieder literarisch übersetzt. Ende der Sechzigerjahre war sie bereits eine europaweit anerkannte Kennerin alter Bücher, Büchersammler aus München und Prag haben sie besucht und um Ratschläge gebeten. 1990 hat sie – nicht so geräumig wie vor 100 Jahren und nicht ganz an derselben Stelle, sondern im Nebenhaus – das alte <strong>Familiengeschäft</strong> in der Ventúrska-Gasse wiedereröffnet.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Anlässlich des 100. Geburtstags von Ľudo Ondrejov 2001 wollte die slowakische Nationalbank auf Vorschlag des Kulturministeriums den berühmten Autor mit einer <strong>Gedenkmünze</strong> ehren. Selma Steiner konnte nicht mehr schweigen. Öffentlich hat sie gegen die geplante Ehrung protestiert – mit Erfolg. Viele Historiker halfen, die Tatsachen wissenschaftlich zu untersuchen und zu bestätigen, und konnten ihre Aussagen unterstützen. Die Details über die <strong>„Arisierung“</strong> der legendären Buchhandlung schockierten die Öffentlichkeit, mich auch. Den Opfern der Nazi-Barbarei und der Wahrheit verpflichtet, brachte Selma Steiner Ondrejovs Legende zu Fall.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Ich habe als Jugendlicher viel <strong>Ondrejov</strong> gelesen, jetzt kann ich es nicht mehr. Ob ich die Lektüre in ein paar Jahren <strong>meinem Sohn</strong> empfehlen werde, weiß ich noch nicht, vielleicht schon, damit er den riesigen Unterschied zwischen Schreiben und Handeln, zwischen Literatur und Wirklichkeit besser versteht. Selma Steiner wird meinen Sohn leider nicht mehr sehen können. Sie ist im August 2010 in Bratislava gestorben.</span></p>
<p><a href="http://diepresse.com/home/spectrum/zeichenderzeit/720428/Dass-ich-folgende-Juden-nicht-brauche"><strong><span style="color:#000000;"><em> Die Presse, 31. 12. 2011</em></span></strong></a></p>
<p><span style="color:#000000;"><a href="http://hvorecky.files.wordpress.com/2012/01/selma_steiner.jpg"><span style="color:#000000;"><img class="aligncenter size-full wp-image-1833" title="selma_steiner" src="http://hvorecky.files.wordpress.com/2012/01/selma_steiner.jpg?w=500" alt=""   /></span></a></span></p>
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		<title>Die slowakischen Lügen über Václav Havel</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 10:11:16 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Václav Havel hatte es nie einfach in der Slowakei. Im tschechischen Teil der Republik war er eine Art Statussymbol der Opposition, doch in der Slowakei blieb er lange fast unbekannt. Auch vor dem strengen Verbot wurden seine kritischen Theaterstücke auf unseren Bühnen kaum inszeniert. Seine wichtigen politischen Essays aus den Siebzigerjahren, die nur noch im [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hvorecky.wordpress.com&amp;blog=6407733&amp;post=1819&amp;subd=hvorecky&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#000000;"><strong>Václav Havel</strong> hatte es nie einfach in der <strong>Slowakei</strong>. Im tschechischen Teil der Republik war er eine Art Statussymbol der <strong>Opposition</strong>, doch in der Slowakei blieb er lange fast unbekannt. Auch vor dem strengen Verbot wurden seine kritischen <strong>Theaterstücke</strong> auf unseren Bühnen kaum inszeniert. Seine wichtigen politischen <strong>Essays</strong> aus den Siebzigerjahren, die nur noch im Samizdat veröffentlicht werden durften, gab es nur in einzelnen Exemplaren im Osten des Landes, und die slowakischen Geheimagenten kannten sie viel besser als die Intellektuellen.</span></p>
<p><span style="color:#000000;"><a href="http://hvorecky.files.wordpress.com/2011/12/396374_2842496299448_1170549249_33245050_107878679_n.jpg"><span style="color:#000000;"><img class="aligncenter size-full wp-image-1824" title="396374_2842496299448_1170549249_33245050_107878679_n" src="http://hvorecky.files.wordpress.com/2011/12/396374_2842496299448_1170549249_33245050_107878679_n.jpg?w=500&#038;h=343" alt="" width="500" height="343" /></span></a></span></p>
<p><span style="color:#000000;"><span id="more-1819"></span>Heute sagt man gerne ironisch, in der ganzen Slowakei arbeiteten vor der Wende nur fünf Dissidenten, aber das ist keine Übertreibung. Als in Tschechien eine breite Oppositionsbewegung entstand, in <strong>Prag</strong> sogar eine richtige <strong>Undergroundszene</strong> und kulturelle <strong>Parallelgesellschaft</strong> um die psychedelische Rockgruppe <strong>The Plastic People of the Universe</strong>, blieb es im slowakischen Teil schön ruhig, das Land hat sich schneller „normalisiert“, das heißt, den Sowjets angepasst.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Das vom Regime „Normalisierung der Verhältnisse“ genannte System nach der Okkupation <strong>1968</strong> zielte darauf ab, den gesellschaftlichen Frieden mit Hilfe von hohen Sozialleistungen zu bewahren. Der Mutterschutz wurde auf unglaubliche 26 Wochen erhöht, später stiegen auch die Kindergeldbeträge. Innerhalb eines Jahrzehnts kamen eine Million meiner Altersgenossen zur Welt, bei rund fünfzehn Millionen Einwohnern eine unerhörte Zahl. 95 Prozent aller Menschen gingen eine Ehe ein, die Heiratsquote war die höchste aller Zeiten.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Einen größeren Kontrast zum allgegenwärtigen Babyboom als die gerontokratische Staats- und Parteiführung hätte man sich gar nicht vorstellen können. Einer der Leiter der Kommunistischen Partei, <strong>Vasil Biľak</strong>, war Jahrgang 1917, und der Präsident <strong>Gustáv Husák</strong> sogar 1913. Die Politbonzen ließen nicht die minimalsten Veränderungen zu.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Das erste Mal habe ich Václav Havel Mitte der Achtzigerjahre auf einem schwarzweißen Foto im Fernsehen gesehen. Der Moderator hat ihn als <strong>Landesverräter</strong> bezeichnet, der vom Westen mit Videorekorder, Hi-Fi-Systemen und astronomischen Geldsummen verwöhnt wird, um das eigene sozialistische Land im Ausland zu beschimpfen. Das klang sogar für ein Kind total absurd.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Als Václav Havel in der Sternstunde der Tschechoslowakei zum Präsidenten gewählt wurde, fanden es viele richtig, dass er oft nach Bratislava oder Košice reiste, dass er viele kompetente slowakischen Mitarbeiter hatte, und auch Vertreter der Minderheiten, von denen es in der Slowakei so viele gibt: Roma, Ungarn, Ruthenen und so weiter.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Doch sehr schnell hat sich die Situation ganz anders entwickelt, als er es sich vorstellte. Statt <strong>Zivilgesellschaften</strong> wurden politische Parteien als Aktiengesellschaften gegründet, von der Öffentlichkeit hermetisch abgeschlossen, auf perversen Finanzmodellen basierend, unüberschaubar, korrupt, ohne Substanz, egal ob links, Mitte oder rechts. Die alten Strukturen haben blitzschnell die neuen infiltriert und die ökonomische Macht übernommen.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Havel war auf einmal nicht mehr das Symbol der Wende, sondern auch der drastischen Teuerung, der Entwertung der Währung Krone und der massiven Entlassungen aus den bankrotten staatlichen Betrieben. Er habe den slowakischen Autonomiebemühungen zu wenig Verständnis entgegengebracht, hieß es. Die schlechte Wirtschaftslage verschärfte die Spannungen zwischen <strong>Tschechen und Slowaken</strong>, von denen immer mehr einen eigenen Staat forderten. Bei einem Bratislavabesuch 1991 wurde Havel mit <strong>Eiern</strong> attackiert, ein Jahr später kam es fast zur <strong>Lynchjustiz</strong>.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Eine beliebte slowakische Lüge ist, Václav Havel habe mir der „Konversion“ der Waffenproduktion und mit dem Stopp der Exporte die ganze Rüstungsindustrie und damit auch den wichtigsten Teil der slowakischen Wirtschaft Anfang der Neunzigerjahre kaputtgemacht und damit die bis heute hohe Arbeitslosigkeit verursacht.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Zwar hat die <strong>ČSSR</strong> wie alle sozialistischen Staaten den <strong>Frieden</strong> propagiert, doch die tschechoslowakische <strong>Rüstungsindustrie</strong> war vor 1989 eine Großmacht an siebter Stelle in der Welt. Die Waffen wurden unter anderem in den Iran, den Irak, in die Sowjetunion oder Libyen exportiert. In der Slowakei wurde Mehrheit der Rüstungsindustrie konzentriert, vor allem die Produktion der <strong>Panzer</strong> und gepanzerte <strong>Mannschaftswagen</strong>, deren Umstellung extrem teuer ist.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Vor kurzem habe ich ein Interview mit <strong>Jozef Uhrík</strong> geführt, dem Ex-Generaldirektor der ZS-Maschinenbauwerke in der mittelslowakischen Stadt <strong>Martin</strong>, der nach der Wende der erste Vorstandsvorsitzende des <strong>Volkswagen Slowakei AG</strong> wurde, und der deutlich dazu beitrug, dass das kleine mitteleuropäische Land zur Großmacht der Autohersteller wurde (neben VW haben <strong>Peugeot-Citroen und Kia</strong> riesige Fabriken in der Slowakei).</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Ich habe Uhrík nach der Rolle Havels in der Konversion gefragt. „Das ist Unsinn“, sagte er. „Unsere Rüstungsindustrie haben wir selber hier in der Slowakei zerstört und nach und nach gestohlen. Außerdem war sie nur ein Mythos der Vergangenheit, wir waren auf dem Weltmarkt nicht mehr konkurrenzfähig, unsere Technologien waren veraltet. Das war mir schon in den Achtzigern klar.“</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Auch dank Václav Havel war ich ein stolzer <strong>Tschechoslowake</strong>. Ich fühle mich bis heute um meine <strong>Heimat</strong> betrogen. Ich bin mit der tschechoslowakischen Identität aufgewachsen – die Geschichte, die Literatur, der Freundeskreis oder die gemeinsame Mannschaft im Nationalsport Eishockey – und auf einmal, seit dem 1. Januar 1993, existierte dieses Land nicht mehr. Stattdessen wurde ich in Bratislava zum Einwohner des neuen Staates, der von unglaubwürdigen Exkommunisten – jetzt auf einmal radikalen Nationalisten – regiert wurde.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Ich bin immer noch überzeugt, dass über eine derart prinzipielle Angelegenheit in einem Referendum entschieden hätte werden müssen. Es fand aber keines statt, weil klar war, dass die Mehrheit der Bevölkerung gegen die Teilung des Landes wäre. Die Politiker bevorzugten eine schnelle Lösung und haben ohne die Bürger das Endurteil unterzeichnet. Und Václav Havel wurde für viele eine Hassfigur der Ära.</span><br />
<span style="color:#000000;"> Heute <strong>betrauern die Slowaken trotz politischer Differenzen den Tod Havels.</strong> Viele kritisieren ihn aber immer noch, weil er eine militärische Invasion in <strong>Serbien</strong> und später im <strong>Irak</strong> befürwortete.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Havels <strong>Offener Brief an Gustáv Husák</strong> von 1975 ist einer der besten Texte über die seltsame Zeit der Kindheit meiner „normalisierten“ Generation. Er warnte schon damals, dass in der heutigen Welt „das Allerschlimmste im Menschen aktiviert und entwickelt wird: Selbstsucht, Heuchelei, Gleichgültigkeit, Feigheit, Angst, Resignation, die Sehnsucht, persönlich zu profitieren ohne Rücksicht auf die öffentliche Konsequenzen.“ Daran hat sich bis zu seinem Tod nichts geändert, der Trend ist noch stärker.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Heute kann ich es kaum noch glauben, dass wir einen Präsidenten hatten, der gerne<strong> Lou Reed</strong> hörte und mit dem New Yorker Rocker sogar befreundet war, dass er <strong>Franz Kafka</strong> sein Vorbild nannte und sein Credo einfach und doch prinzipiell war: <strong>das Leben in der Wahrheit</strong>.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Mit Havels Tod endet eine ganze politische Generation, die Moral der Pragmatik vorzug. Vergessen Sie die Post-Dissidenten mit langen Bärten und Bierflaschen in der Hand mit ihrer leicht chaotischen „unpolitischen Politik“, oder ihre Gegner, die oft besoffenen osteuropäischen nationalistischen Populisten der frühen Neunzigerjahre, die von den seit Ewigkeiten unterdrückten slawischen Nationen schwadroniert haben.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Jetzt herrschen in Tschechien und in der Slowakei die <strong>Neureichen</strong>, die in Business-Anzügen herumlaufen, auf <strong>Facebook</strong> und <strong>Twitter</strong> im Zehn-Minuten-Takt die vermeintlichen Hintergründe der Parlamentsdebatte erklären und in Talkshows von Bratislava bis London erzählen, dass die Interessen der Großen in Europa nicht mehr als die Argumente der Kleinen zählen dürfen.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Havel erinnerte sich gerne an einen glücklichen Moment im <strong>Sommer 1988 in Bratislava</strong>. Von vielen Geheimagenten verfolgt, kam er zum ersten Konzert von <strong>Joan Baez</strong>, die ihn zu ihrem <strong>Gitarrenträger</strong> ernannte und so in den Saal schmuggelte. Dann stellte Baez dem überraschten Publikum den Dramatiker Václav Havel vor, das erste Mal stand er schüchtern vor einem slowakischen Menschenmenge.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Der Sicherheitsdienst hat gleich die Mikrofone ausgeschaltet, das Konzert wurde zum <strong>Skandal</strong>. Keine zwei Jahre später besuchte er meine Stadt als erster demokratisch gewählter Präsident nach vier Jahrzehnten der Diktatur, zu dessen Sturz er heftig beigetragen hat. Auch dafür nochmals <strong>vielen Dank</strong>!</span></p>
<p><a href="http://hvorecky.files.wordpress.com/2011/12/lou-reed-vaclav-havel.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1825" title="lou reed vaclav havel" src="http://hvorecky.files.wordpress.com/2011/12/lou-reed-vaclav-havel.jpg?w=500&#038;h=353" alt="" width="500" height="353" /></a><span style="color:#000000;"><em>(Foto 1: Peter Župník, Foto 2: Net:</em></span>)</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/hvorecky.wordpress.com/1819/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/hvorecky.wordpress.com/1819/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/hvorecky.wordpress.com/1819/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/hvorecky.wordpress.com/1819/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/hvorecky.wordpress.com/1819/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/hvorecky.wordpress.com/1819/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/hvorecky.wordpress.com/1819/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/hvorecky.wordpress.com/1819/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/hvorecky.wordpress.com/1819/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/hvorecky.wordpress.com/1819/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/hvorecky.wordpress.com/1819/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/hvorecky.wordpress.com/1819/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/hvorecky.wordpress.com/1819/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/hvorecky.wordpress.com/1819/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hvorecky.wordpress.com&amp;blog=6407733&amp;post=1819&amp;subd=hvorecky&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Tod auf der Donau</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Nov 2011 10:49:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michal Hvorecky</dc:creator>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Stavarič]]></category>
		<category><![CDATA[Michal Hvorecky]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Tod auf der Donau]]></category>

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		<description><![CDATA[Hundert Senioren auf einem Kreuzfahrtschiff zu bändigen, ist keine leichte Aufgabe. Vor allem dann nicht, wenn man nebenbei zwei Leichen entsorgen und seine Ex-Freundin verstecken muss. Michal Hvoreckys neuer Roman ist ein wilder Ritt über die Donau, von Regensburg bis ans Schwarze Meer. Eigentlich ist Martin Roy Übersetzer. Eigentlich. Denn dazu kommt er nicht als [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hvorecky.wordpress.com&amp;blog=6407733&amp;post=1805&amp;subd=hvorecky&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><a href="http://hvorecky.files.wordpress.com/2009/02/michal-hvorecky-tod-auf-der-donau-roman.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1803" title="michal hvorecky tod auf der donau roman" src="http://hvorecky.files.wordpress.com/2009/02/michal-hvorecky-tod-auf-der-donau-roman.jpg?w=500" alt=""   /></a></p>
<p>Hundert Senioren auf einem Kreuzfahrtschiff zu bändigen, ist keine leichte Aufgabe. Vor allem dann nicht, wenn man nebenbei zwei Leichen entsorgen und seine Ex-Freundin verstecken muss. Michal Hvoreckys neuer Roman ist ein wilder Ritt über die Donau, von Regensburg bis ans Schwarze Meer.</p>
<p>Eigentlich ist Martin Roy Übersetzer. Eigentlich. Denn dazu kommt er nicht als Reiseleiter einer Donau-Kreuzfahrt, in deren Verlauf so gut wie alles schiefgeht. Michal Hvorecky verknüpft in seinem grotesken Ship-Movie die Geschichte Mitteleuropas mit persönlichen Schicksalen (und seinen eigenen Erlebnissen als Reisebegleiter). Dabei zeichnet er das Bild einer Generation, die wie Nomaden durch die Länder zieht, auf der Suche nach dem besten Job, der Erfüllung im Leben und so etwas wie Heimat. »Tod auf der Donau« ist deshalb vieles auf einmal: Abenteuerroman, Liebesgeschichte und Satire auf die Auswüchse des Tourismus. Und nicht zuletzt eine Liebeserklärung an die Donau.</p>
<p><span style="color:#000000;">Der neue Roman <strong>Tod auf der </strong><strong>Donau </strong>von Michal Hvorecky in der Übersetzung von <strong>Michael Stavarič</strong>erscheint im<strong> <strong>Frühjahr 2012</strong>  bei <a href="http://www.klett-cotta.de/" target="_blank"><span style="color:#000000;"><strong>Tropen/Klett-Cotta</strong></span></a></strong>.</span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/hvorecky.wordpress.com/1805/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/hvorecky.wordpress.com/1805/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/hvorecky.wordpress.com/1805/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/hvorecky.wordpress.com/1805/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/hvorecky.wordpress.com/1805/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/hvorecky.wordpress.com/1805/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/hvorecky.wordpress.com/1805/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/hvorecky.wordpress.com/1805/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/hvorecky.wordpress.com/1805/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/hvorecky.wordpress.com/1805/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/hvorecky.wordpress.com/1805/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/hvorecky.wordpress.com/1805/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/hvorecky.wordpress.com/1805/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/hvorecky.wordpress.com/1805/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hvorecky.wordpress.com&amp;blog=6407733&amp;post=1805&amp;subd=hvorecky&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Gedenkort Turnertempel</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Oct 2011 18:21:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michal Hvorecky</dc:creator>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Niederbrennung]]></category>
		<category><![CDATA[Reichskristallnacht]]></category>
		<category><![CDATA[Synagoge]]></category>
		<category><![CDATA[Turnertempel]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>

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		<description><![CDATA[In Wien wird ein neues Mahnmal an die nationalsozialistische Vergangenheit erinnern: In Rudolfsheim-Fünfhaus wird auf dem Areal des 1938 zerstörten Turnertempels ein zeitgemäßer Gedenkort am 10. November 2011  um 16:00 eröffnet. Treffpunkt: Ecke Dingelstedtgasse/Turnergasse. Begleitveranstaltung: 9. November, Wien, Brick 5, Herklotzgasse 21, um 19 Uhr, Lesung und Gespräch mit Maribel Königer (Erste Stiftung), mit Moshe Jahoda und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hvorecky.wordpress.com&amp;blog=6407733&amp;post=1787&amp;subd=hvorecky&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#000000;">In Wien wird ein neues Mahnmal an die nationalsozialistische Vergangenheit erinnern: In Rudolfsheim-Fünfhaus wird auf dem Areal des 1938 zerstörten <strong>Turnertempels </strong>ein zeitgemäßer Gedenkort am<span style="font-weight:bold;"> 10. November 2011  um 16:00 </span>eröffnet. Treffpunkt<strong>:</strong> Ecke Dingelstedtgasse/Turnergasse.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Begleitveranstaltung<strong>: 9. November, Wien, </strong>Brick 5, Herklotzgasse 21, um 19 Uhr, Lesung und Gespräch mit Maribel Königer (Erste Stiftung), mit Moshe Jahoda und ZeitzeugInnen aus Israel und mit Michal Hvorecky (Schriftsteller aus Bratislava). <strong><a href="http://www.herklotzgasse21.at/index.php?id=23"><span style="color:#000000;">Weitere Informationen hier.</span></a></strong></span></p>
<p><span style="color:#000000;"><a href="http://hvorecky.files.wordpress.com/2011/10/herklotzgasse-21.jpg"><span style="color:#000000;"><img class="aligncenter size-full wp-image-1788" title="herklotzgasse 21" src="http://hvorecky.files.wordpress.com/2011/10/herklotzgasse-21.jpg?w=500" alt=""   /></span></a></span></p>
<p><span style="color:#000000;"><span style="color:#000000;">Der </span><strong><span style="color:#000000;">Turnertempel</span></strong><span style="color:#000000;"> wurde nach der Synagoge in der Seitenstettengasse und dem Leopoldstädter Tempel als drittes </span><strong><span style="color:#000000;">jüdisches Gotteshaus</span></strong><span style="color:#000000;"> in Wien im Jahr 1871/72 errichtet. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, in der </span><strong><span style="color:#000000;">Reichskristallnacht</span></strong><span style="color:#000000;">, wurde der Tempel durch von SS-Mitgliedern geworfenen Handgranaten in Brand gesetzt und dabei völlig zerstört. Die herbeigerufene Feuerwehr sicherte den Parteibefehlen entsprechend nur die Nachbarhäuser.</span></span></p>
<p><span style="color:#000000;"></span><span style="color:#000000;">In Österreich gab es nach 1945 im Unterschied zu Deutschland keinen einzigen Prozeß wegen der Niederbrennung der Synagogen.</span></p>
<p><a href="http://hvorecky.files.wordpress.com/2011/10/turnertempel.gif"><img class="aligncenter size-full wp-image-1795" title="turnertempel" src="http://hvorecky.files.wordpress.com/2011/10/turnertempel.gif?w=500&#038;h=357" alt="" width="500" height="357" /></a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/hvorecky.wordpress.com/1787/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/hvorecky.wordpress.com/1787/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/hvorecky.wordpress.com/1787/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/hvorecky.wordpress.com/1787/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/hvorecky.wordpress.com/1787/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/hvorecky.wordpress.com/1787/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/hvorecky.wordpress.com/1787/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/hvorecky.wordpress.com/1787/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/hvorecky.wordpress.com/1787/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/hvorecky.wordpress.com/1787/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/hvorecky.wordpress.com/1787/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/hvorecky.wordpress.com/1787/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/hvorecky.wordpress.com/1787/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/hvorecky.wordpress.com/1787/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hvorecky.wordpress.com&amp;blog=6407733&amp;post=1787&amp;subd=hvorecky&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Kakanien: Neue Republik der Dichter</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Oct 2011 18:02:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michal Hvorecky</dc:creator>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Kakanien: Neue Republik der Dichter]]></category>

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		<description><![CDATA[Buchpräsentation Kakanien: Neue Republik der Dichter und Autorengespräch mit Doron Rabinovici, Radek Knapp und Michal Hvorecky. Am 22. November 2012 im Burgtheater in Wien im Pausenfoyer um 20:00 Uhr. Eine Reihe bedeutender Schriftsteller – Péter Nádas, Andrzej Stasiuk, Biljana Srbljanović, Michal Hvorecký, Serhij Zhadan, Dubravka Ugrešić, Doron Rabinovici, Josef Winkler, Jáchym Topol, Terézia Mora, Tena Štivičić, Radek Knapp, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hvorecky.wordpress.com&amp;blog=6407733&amp;post=1780&amp;subd=hvorecky&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#000000;">Buchpräsentation<strong> Kakanien: Neue Republik der Dichter</strong> und Autorengespräch mit Doron Rabinovici, Radek Knapp und Michal Hvorecky. Am <strong>22. November 2012 </strong>im Burgtheater in<strong> Wien</strong> im Pausenfoyer um 20:00 Uhr.</span></p>
<p style="text-align:center;"><span style="color:#000000;"><a href="http://hvorecky.files.wordpress.com/2011/10/kakanien-neue-republik-der-dichter.jpg"><span style="color:#000000;"><img class="aligncenter size-full wp-image-1781" title="kakanien neue republik der dichter" src="http://hvorecky.files.wordpress.com/2011/10/kakanien-neue-republik-der-dichter.jpg?w=500" alt=""   /></span></a></span></p>
<p><span style="color:#000000;"><span id="more-1780"></span>Eine Reihe bedeutender Schriftsteller – Péter Nádas, Andrzej Stasiuk, Biljana Srbljanović, Michal Hvorecký, Serhij Zhadan, Dubravka Ugrešić, Doron Rabinovici, Josef Winkler, Jáchym Topol, Terézia Mora, Tena Štivičić, Radek Knapp, Dževad Karahasan, Juri Andruchowytsch und Slavoj Žižek – hat in den vergangenen zwei Jahren auf Einladung des Wiener Burgtheaters über eine imaginäre literarische Landschaft gesprochen und geschrieben.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Knapp einhundert Jahre nach dem Ende der Donaumonarchie, die in Robert Musils Roman <strong>Der Mann ohne Eigenschaften</strong> Kakanien heißt, soll damit das Fundament zu einem geistigen Raum gelegt werden – dieses Mal nicht begleitet von melancholischer Untergangsstimmung, sondern beseelt von altneuer Nachbarschaft. Hieraus ist nun ein Buch entstanden, das von Ensemblemitgliedern und beteiligten Autoren präsentiert wird.</span></p>
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