Posts Tagged 'Michal Hvorecky'

Satire auf die Spassgesellschaft

hvorecky rezension tod auf der donau

Mit dem Torso der Heimat weiterleben

Ich wurde 1976 in Bratislava in der ČSSR geboren und gehöre damit zur Generation der sogenannten „Husák-Kinder“. Wir waren die tschechoslowakische Variante der amerikanischen Baby- Boomer, und Husák der letzte Präsident der sozialistischen Tschechoslowakei. Als sich der Staat am 1. Januar 1993 teilte, war ich strikt dagegen. Mein Bruder, meine Eltern und die Freunde ebenso.

ceskoslovensko

Doch die Meinung eines 16-jährigen Halbwüchsigen interessierte die Mächtigen nicht. Dabei war meine Minderjährigkeit nicht das Problem: Es gab kein Referendum über die Teilung der Republik. Wahrscheinlich, weil von vornherein feststand, dass eine Mehrheit dagegen gewesen wäre. Die Trennung meiner Heimat in zwei Staaten halte ich bis heute für einen geschmacklosen Betrug an den Bürgern und einen groben Verstoß gegen die Verfassung.

Aus heutiger Sicht bin ich jedoch froh, dass es so gekommen ist. Die Tschechoslowakei war schon vor 20 Jahren nicht mehr zu retten. Sie war eine verlorene gestrige Welt, ohne Mitte, ohne gemeinsame Idee.

Das Bemühen, sie um jeden Preis erhalten zu wollen, wäre der Rettung einer Illusion gleichgekommen. Der ganze Prozess war zudem für mich eine gute Vorbereitung auf die Praktiken, die der Mafia-Kapitalismus dann mit sich brachte und der die Tschechische und Slowakische Republik bis heute weit stärker verbindet als einst die Föderation.

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Reise ins Gewissenlose

“Ein spannender Roman, der einem den Atem raubt, um einen im nächsten Moment nachdenklich werden zu lassen. Abgesehen davon ist es wohl die größte Liebeserklärung an einen Fluss, seit Bedrich Smetanas Moldau.”

Von Emil Fadel. Die Rezension von “Tod auf der Donau” im Octopus Magazine

Grjasnowa & Hvorecky in Passau

Der Slowake Michal Hvorecky und Olga Grjasnowa aus Aserbeidschan lesen am 12. November 2012 um 20 Uhr im ScharfrichterHaus in Passau aus ihren neuen Romanen. Hvoreckys “Tod auf der Donau” ist neben Abenteuerroman und Satire nicht zuletzt eine Liebeserklärung an die Donau. In “Der Russe ist einer, der Birken liebt” erzählt Olga Grjasnowa die Geschichte einer Generation, die keine Grenzen kennt, aber auch keine Heimat hat.

Klarsichtig und überdreht komisch

“Wer an die Grenze geht, macht Grenzerfahrungen. Davon weiß der gesunde Menschenverstand ebenso ein Lied zu singen wie der Volksmund. Der 1976 in Bratislava geborene Michal Hvorecky verarbeitete seine Erfahrungen als Begleiter amerikanischer Donaudampfschifffahrts-Touristen in seinem ebenso klarsichtigen wie überdreht komischen Roman „Tod auf der Donau“: Während er durch Ostmitteleuropa schippert, begegnet er grenzüberschreitend neoliberaler Realität und macht daraus nicht nur eine dramatische Lebensgeschichte, sondern obendrein einen spannenden Krimi.”

Peter Geiber, Mittelbayerische Zeitung: Bücher und Filme gegen das DebakelBei der Veranstaltung „Grenzgänger – Blick donauabwärts“ im Literaturhaus Oberpfalz stellten vier Autoren ihre Werke vor.

Grenzgänger: Blick donauabwärts

20. Oktober 2012 ab 14 Uhr im Literaturhaus Oberpfalz in Sulzbach-Rosenberg. Lesungen, Film und Podiumsgespräch mit Autoren des Grenzgänger-Programms der Robert Bosch Stiftung. Grenzgänger“ stellen sich mit ihren Arbeiten im Literaturhaus Oberpfalz vor. Der Blick richtet sich dabei donauabwärts in die Slowakei, nach Ungarn, Bosnien und Serbien. Mit Akos Doma, Michal Hvorecky, Tamara Milosevic und Melinda Nadj Abonji. In Kooperation mit der donumenta 2012, Regensburg. 

Akos Doma, der in Ungarn geboren ist und heute in Eichstätt lebt, liest aus seinem noch unveröffentlichten Roman mit dem Arbeitstitel „Plattensee, einfach“. Melinda Nadj Abonji stellt ihren Roman “Tauben fliegen auf“ (2010) vor, der von der Schweiz
in die Vojvodina führt. Der slowakische Autor Michal Hvorecky liest aus seinem Roman „Tod auf der Donau“ (2012), der eine wilde Kreuzfahrt von Regensburg ans Schwarze Meer schildert. Die Autorin und Filmemacherin Tamara Milosevic, 1976 in Frankfurt am Main geboren, präsentiert ihren Film „Überall nur nicht hier“ (2009), in dem sie die Geschichten von drei Menschen aus Srebrenica und ihrem Leben nach dem Krieg erzählt. Den Abschluss der Veranstaltung bildet ein Podiumsgespräch mit allen beteiligten Autorinnen und Autoren.



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