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“Man wurde zum Sklaven von Ratings”

Ein Interview mit Michal Hvorecky über “Tod auf der Donau”.

Wie der Protagonist Ihres Romans haben auch Sie als Tourmanager auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet. Wie kamen Sie zu dem Job und was waren Ihre Erfahrungen?

Ich brauchte Geld um weiter als freier Künstler arbeiten zu können. In der Slowakei gibt es kein einziges Literaturhaus und auch die Lesungen sind nicht bezahlt. Das ist eine Arbeitssituation, die sich ein publizierter österreichischer Schriftsteller, gewöhnt an den subventionierten Literaturbetrieb, kaum noch vorstellen kann. Ein Freund von mir hat mir die Arbeit des Tour Managers emphoflen und mich auf das Donauschif mitgenommen. Es war sehr harte Arbeit, aber auch eine enorm wichtige Lebenserfahrung und Inspiration.

Welche Menschen arbeiten auf solchen Schiffen?

Eine wirklich globale Mischung. Vor allem die Tour Managers haben mich sehr überrascht. Viele Kolleginnen und Kollegen waren sehr gut ausgebildete junge Menschen aus dem östlichen Europa, die in ihren akademischen Jobs in Rumänien oder Bulgarien 200 Euro verdient haben. Stattdessen waren sie lieber mit mir am Bord. Sehr skurril war, dass uns die Firma immer wieder betont hat, unsere Intelligenz nicht zu zeigen. Man wurde zum Roboter ausgebildet und zum Sklaven von Ratings.

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Ein Reiseführer durchs eigene Buch

Michal Hvoreckys Wiener Lesung aus Tod auf der Donau. Von Gerald Schmickl, Wiener Zeitung.

“All das erfuhr man in einer knappen Stunde, mit Leseprobe und Autorengespräch, wobei der Moderator, mein “extra”-Kollege Hermann Schlösser, nicht viel zu tun bekam, da Michal Hvorecky ein höchst beredter und auskunftsfreudiger Interpret seiner selbst ist, und zwar in nahezu makellosem Deutsch, was ihm viel Lob und die Frage des anwesenden Autors Dietmar Grieser eintrug, warum er nicht gleich auf Deutsch schreibe.

(Der Roman wurde von Hvoreckys Freund und Kollegen, dem aus Brünn stammenden Autor Michael Stavarič, übersetzt). Das traue er sich denn noch nicht zu, gab der in Bratislava lebende (und gelegentlich in anderen Berufen, wie Übersetzer oder eben Schiffstour-Manager tätige) Schriftsteller durchaus glaubwürdig und unkokett zur Antwort.” Mehr lesen.

Michal Hvorecky und Hermann Schlösser im tiempo nuevo.

Gedenkort Turnertempel

In Wien wird ein neues Mahnmal an die nationalsozialistische Vergangenheit erinnern: In Rudolfsheim-Fünfhaus wird auf dem Areal des 1938 zerstörten Turnertempels ein zeitgemäßer Gedenkort am 10. November 2011  um 16:00 eröffnet. Treffpunkt: Ecke Dingelstedtgasse/Turnergasse.

Begleitveranstaltung: 9. November, Wien, Brick 5, Herklotzgasse 21, um 19 Uhr, Lesung und Gespräch mit Maribel Königer (Erste Stiftung), mit Moshe Jahoda und ZeitzeugInnen aus Israel und mit Michal Hvorecky (Schriftsteller aus Bratislava). Weitere Informationen hier.

Der Turnertempel wurde nach der Synagoge in der Seitenstettengasse und dem Leopoldstädter Tempel als drittes jüdisches Gotteshaus in Wien im Jahr 1871/72 errichtet. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, in der Reichskristallnacht, wurde der Tempel durch von SS-Mitgliedern geworfenen Handgranaten in Brand gesetzt und dabei völlig zerstört. Die herbeigerufene Feuerwehr sicherte den Parteibefehlen entsprechend nur die Nachbarhäuser.

In Österreich gab es nach 1945 im Unterschied zu Deutschland keinen einzigen Prozeß wegen der Niederbrennung der Synagogen.

Literatur im Herbst in Wien

Michal Hvorecky: die erste Lesung aus dem neuen Roman Tod auf der Donau (erscheint im Frühjahr 2012 bei Tropen/Klett-Cotta). Und das Gespräch mit Übersetzer und Autor Michael Stavarič. Am Freitag 28. Oktober 2012, Theater Odeon, Taborstraße 10, Wien, 21:15 Uhr.

Die offizielle Schiene von Literatur im Herbst wird am Freitag von Walter Famler, dem Generalsekretär der Alten Schmiede, und Kulturstadtrat Mailath-Pokorny eröffnet. Der ungarische Kulturwissenschafter Laszlo Földenyi bestreit um !) Uhr mit “Welche Farbe hat die Donau?” den Auftaktvortrag, gefolgt von einer Doppellesung mit Christoph Ransmayr und Ilija Trojanow. Danach Hvorecky & Stavarič.

O-töne 2011

Literaturfest im MusueumsQuartier. Eintritt frei!:)

Wien bleibt Wien

Mein Plan für Wien: am Montag Abend Lesung im Akademietheater.

Am Dienstag Frühstück mit Johannes C. Hoflenhner, der das Theaterstück Slowakisches Institut. Eine Satire inszeniert hat.

Danach Schlittschuhlaufen: Wiener Eistraum.

Am Nachmittag die Ausstellung in der Kunsthalle und am Abend Verdis Falstaff in der Staatsoper.

Es ist gut so eine Grossstadt so nah zu haben!:)

Ein Tag in Wien



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