Der Pantomime liest Eskorta

Pantomimen stellen Szenen, Örtlichkeiten und Charaktere hauptsächlich durch Gestik und Mimik dar und verzichten in der Regel auf das gesprochene Wort. Milan Sládek wird am Donnerstag 12. März 2009 um 19 Uhr in Buchhandlung Ludwig am Hauptbahnhof Köln diese Regel ignorieren und aus dem Roman Eskorta von Michal Hvorecky lesen. Im Anschluss Gespräch mit dem Autor und Signierstunde.

Der auch in Deutschland erfolgreiche Michal Hvorecky (2006 erschien hier sein Roman City) erzählt eine neue Geschichte zwischen Osten und Westen, zwischen Gegenwart und Zukunft.

Milan Sládek, 1938 in Streženice in der Slowakei geboren, wuchs in Bratislava auf. Nach Kunstfachschule und Schauspielstudium trat 1960 zum ersten Mal Sládeks Kunstfigur Kefka vor das Prager Publikum. Milan Sládek verließ 1968 die Tschechoslowakei zunächst nach Schweden, 1970 nach Köln. Hier gründete er 1974 das Theater Kefka. In den 90er Jahren in Südkorea und Japan, 1994 Leitung des Arena Theaters Bratislava, seit 2002 wieder international auf Tournee.

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City im Schauspiel Hannover

Nach dem Roman von Michal Hvorecky
Deutschsprachige Erstaufführung am 11. Januar 2008 im Ballhof zwei.

Mit Esther-Maria Barth, Anne Düe, Tim Ehlert, Thomas Jansen, Sven Mattke
Regie André Rößler, Bühne und Kostüme Tine Becker
Video Elmar Szücs, Dramaturgie Sonja Fröhlich

Das junge schauspielhannover scheut sich nicht, dieses heikle und tabuisierte Thema offen in der Jugendtheaterproduktion City: Der unwahrscheinlichste aller Orte ohne dabei selbst pornografische Bilder zu produzieren, das heißt es werden auch keine nackten Menschen auf der Bühne gezeigt, sondern die Auswirkungen der Internetsucht beleuchtet. Die Vereinsamung der Menschen und der Verlust der Empathiefähigkeit der Umwelt gegenüber sind dabei Nebenprodukte dieser Sucht, das authentische Leben und die Liebe bleiben auf der Strecke. Die verschiedensten Bereiche unseres Lebens von der Musikindustrie, über die Werbung bis hin zur Mode werden immer mehr von einer extrem sexualisierten Bilderwelt geprägt, was in der öffentlichen Diskussion nicht weiter thematisiert und schon gar nicht kritisiert wird.

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