Kulturführer Mitteleuropa

Am 13. Juni 2013 um 18 Uhr lädt das Institut für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM) zur öffentlichen Präsentation des neuen IDM Kulturführers Mitteleuropa im burnLAB Vienna, Neubaugasse 44.

Das Team des Kulturführers hat sich auf die Suche nach Räumen und Orten begeben, die verschiedene kreative Sparten, künstlerische Konzepte und Menschen verbinden. Ob lebendige Museumsquartiere, alternative Kulturzentren oder Coworking-Spaces für junge Unternehmer: Der Kulturführer 2013 legt einen Fokus auf die neuen kreativen Orte in Mitteleuropa und im Donauraum und zeigt, wie etwa verlassene Fabriken, leerstehende Büros und ungenutzte öffentliche Räume mit viel Engagement und Erfindergeist wieder zum Leben erweckt werden.

Obrázok

Nach der Präsentation geht es um 18:30 Uhr mit einer Podiumsdiskussion weiter. „Kreative Räume: Kultur vs. Kommerz?“, darüber diskutieren auf dem Podium Dr. Erhard Busek (Vorstandsvorsitzender des IDM), Dr. Márton Méhes (Direktor des Collegium Hungaricum in Wien), Michal Hvorecky (Schriftsteller aus Bratislava) sowie ein Vertreter der Plattform creativwirtschaft.at. Motorpitch, bekannt als FM4 DJ, legt im Anschluss ab 19:30 Uhr im burnLAB auf. 

Wir Kinder unterm Fernsehturm

Den Ort, an dem ich diese Zeilen schreibe, wird es in zwei Jahren offensichtlich nicht mehr geben. Ich sitze in meinem Minibüro in der Bratislavaer Továrenská ulica, der Fabrikgasse, im ehemaligen Forschungsinstitut für Kabel und Isolatoren. Diese elektrischen Drähte müssen zu Zeiten des Kommunismus echt gut erforscht gewesen sein!

Es sieht hier aus wie in einem Laboratorium des sowjetischen Konstruktivismus oder in dem Proberaum, in dem Kraftwerk ihr Album „Die Mensch-Maschine“ aufgenommen haben. Das kafkaeske Gebäude ist gähnend leer, der Projektentwickler hat es nur gekauft, um es abzureißen.

Die Wirtschaftskrise stoppte die Pläne, so zogen junge Künstler in das Objekt. Billigere Mieten lassen sich in Bratislava nicht finden – die Immobilienpreise übersteigen oft die in Wien. Beginnende Kreative in der Slowakei leben traditionell von der Hand in den Mund, und der Staat interessiert sich nicht die Bohne für sie. Von wegen Verzärtelung durch Stipendien und Kreativaufenthalte! Stattdessen die harte marktwirtschaftliche Realität des Turbokapitalismus.

Die Medien verkündeten jüngst eine Überraschung: Die Gewinnerin des internationalen Wettbewerbs zur Bebauung der Umgebung ist Zaha Hadid.

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