Gerechter Prozess als Hoffnung

Der slowakische Schriftsteller Michal Hvorecky hofft im Fall des ermordeten Journalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten auf einen gerechten Prozess. Denn auch wenn die Slowakei viel erreicht habe, herrsche immer noch viel Korruption im Land. Es gebe Menschen, die denken, sie stünden über dem Rechtsstaat.

Michal Hvorecky im Gespräch mit Stefan Heinlein: https://www.deutschlandfunk.de/der-fall-jan-kuciak-schriftsteller-gerechter-prozesswaere.694.de.html?dram:article_id=466216

Troll. Roman

Michal Hvorecky Troll Roman

Osteuropa in naher Zukunft. Ein Heer aus Trollen beherrscht das Internet, kommentiert und hetzt. Zwei Freunde entwickeln immer stärkere Zweifel und beschließen, das System von innen heraus zu stören. Dabei geraten sie selbst in die Unkontrollierbarkeit der Netzwelt – und an die Grenzen ihres gegenseitigen Vertrauens.

Die europäische Gemeinschaft ist zerfallen und wurde durch die Festung Europa ersetzt. Ihr gegenüber steht das diktatorisch geführte Reich, in dessen Protektoraten ein ganzes Heer von Internettrollen die öffentliche Meinung lenkt. Einer von ihnen ist der namenlose Held dieser in einer allzu naheliegenden Zukunft angesiedelten Geschichte.

Gemeinsam mit seiner Verbündeten Johanna versucht er, das staatliche System der Fehlinformationen von innen heraus zu stören – und wird dabei selbst Opfer eines Shitstorms. Mit seiner rasanten, literarisch verdichteten Erzählung beweist Michal Hvorecky erneut, warum er der erfolgreichste Autor der Slowakei ist.

Michal Hvorecky: Troll. Roman
Aus dem Slowakischen von Mirko Kraetsch
216 Seiten, gebunden, € 18,– (D) | € 18,50 (A)
ISBN 978-3-608-50411-8
erscheint am 30. August 2018

Die Arbeit, die wir selber machen sollen

Martin Pollack in der Slowakei

Es ist für mich eine große Ehre und Freude, die slowakische Stimme von Martin Pollack sein zu dürfen. Sein Buch Der Kaiser von Amerika ist in der Slowakei im kleinen, aber feinen Absynt Verlag erschienen. Die sicherlich nicht einfache Entscheidung des Zsolnay Verlages, die Rechte genau an damals noch völlig unbekannte Verleger zu verkaufen, war klug und richtig: Juraj Koudela und Filip Ostrowski sind erst seit drei Jahren in der Buchbranche tätig, haben sich aber schnell einen sehr guten Namen gemacht und zu Recht viel Resonanz gefunden. Die beiden haben ihre Marke der Reportageliteratur gewidmet. Ein solch enges Profil gilt auf dem kleinen Buchmarkt meiner Heimat als schwer durchsetzbar, schließlich leben in der Slowakei nur fünf Millionen Menschen. Doch Absynt wurde zum Symbol der guten wahren Geschichten und spannenden Sachbücher mit unterschiedlichen AutorInnen im Programm wie Ryszard Kapuściński, Swetlana Alexijewitsch oder Karl-Markus Gauß.

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Wilsonstadt

Grüße aus der Hölle in der Mitte Europas: Das allerschlimmste Verbrechen in Wilsonstadt. Exklusiv als deutsche Originalausgabe, nur als E-Book. Übersetzung: Mirko Kraetsch.

1925 bringt ein anonymer Mörder im jüdischen Viertel von Wilsonstadt, dem alten Bratislava, auf brutale Weise vier Menschen um. Die Polizei ist ratlos. Ausgerechnet der alte, brutale Detektiv Aaron Food aus New York kommt zur Hilfe

Von teuflischen Verschwörern und lebenden Toten gejagt, gerät er immer tiefer in ein Straßenlabyrinth des Grauens, in dem der Satan selbst die Krieger der Finsternis zu befehligen scheint. Unversehens entbrennt ein dramatischer Wettlauf um Leben und Tod, bei dem die Beteiligten nach und nach jegliche Skrupel verlieren.

Michal Hvorecky erzählt eine Gruselgeschichte in der vergessenen europäischen Stadt, indem er gut gelaunt mit den Formen des parahistorischen Gothic Novel spielt. Er schildert, wie sich reale Ereignisse und irrationale Ängste nach dem Zerfall der Habsburger Monarchie zu einer Massenparanoia ungekannten Ausmasses ausweiten. Und zeichnet eine groteske, verlorene Welt, eine Welt, die dem Untergang geweiht ist und in der sich die Gegenwart seltsam spiegelt.

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Was vom Aufstand übrig blieb

Als Heinrich Himmler im September 1944 Bratislava besuchte, war er schockiert. Ende August hatte es in Banska Bystrica, der fünftgrößten Stadt der Slowakei, einen militärischen Aufstand gegeben, die Waffenbrüder der Wehrmacht waren zum sowjetischen Feind übergelaufen. Und in der Hauptstadt schien sich niemand für den „totalen Krieg“ zu interessieren. Nach Berlin zurückgekehrt, zog er brutale Konsequenzen…

Zum 70. Jahrestag des antifaschistischen Aufstands. Der Schriftsteller Michal Hvorecky beklagt, dass in der Debatte um das Gedenken heute die Populisten dominieren.

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MEHR ZUM THEMA: Religiöser Fanatisimus – Kulturkampf in der Slowakei (Deutschlandradio Kultur, Politisches Feuilleton, 9. 7. 2014)