Ich habe gedacht, mir kann das nicht passieren

Ich besuchte das „Soziale Wohnservice“ in der Salzburgerstrasse in Wels: Rund um Petra Wimmer arbeitet ein engagiertes Team für Wohnungslose und für Menschen an oder unter der Armutsgrenze. Auch im reichen Wels leben 300 Obdachlose, so viel wie noch nie. Und die Zahl steigt jedes Jahr.

Dank dieser Institution sah ich sie nur selten auf den Straßen. Europa hat die höchste Arbeitslosigkeit seit dem Krieg, die Wirtschaftskrise viele Verlierer. Das Sozialsystem kann den Fall nach ganz unten nicht mehr auffangen. Ich glaube daran, dass sich der Reichtum einer Gesellschaft vor allem im Umgang mit den Schwächsten und den Ärmsten zeigt.

Etwa die Hälfte der Mitarbeiter sind Freiwillige. Viele Bürger schenken Essen, auch mehrere Supermärkte spenden Lebensmittel. Das Mittagessen kostet einen Euro und schmeckt lecker. Vierzig Portionen kocht man pro Tag.

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Der Frühstück-Genießer und Gefängnis-Beobachter

Als ich nach drei Tagen in Wels ohne Strom mein Handy angeschaltet habe, da war sie schon – die Nachricht, dass ein Bekannter mir seine Kaffeekanne zur Verfügung stellt. Noch am selben Tag habe ich auch zwei Stühle für meine spartanisch eingerichtete Wohnung bekommen.Und am Ende der ersten Woche das großartige alte, aber in der lieben Produktionsschule präzise sanierte Puch-Fahrrad, das ich am Ende meines Aufenthalts unbedingt kaufen will.

Mit solchen Rädern fahren auch zahlreiche Hipster in Bratislava stolz herum, ohne zu wissen, dass es im oberösterreichischen Steyr hergestellt wurde. Aber genug über diese Stadt, ich bin doch ein Welser, (noch?) nicht ein Steyrer Stadtschreiber!

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